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#106 das beste Spiel 2017

Es ist nicht „Breath of The Wild“

Der letzte Text liegt schon eine Weile zurück. Darin habe ich geschrieben, wie sehr mich die Welt von Rezensionen und der Druck durch Meinungen verändert hat. Es ist mehr als ein Jahr vergangen und einiges hat sich geändert. Ich habe akzeptiert, dass ich nicht das Ziel von Marketingkampagnen bin. Ich habe akzeptiert, dass ich mich selber in meinem Geschmack weiterentwickelt habe. Aber das Wichtigste, ich habe den Spaß wiedergefunden. Ich liebe Videospiele und das hat sich trotz fehlender Leidenschaft in den letzten Jahren nicht geändert. Was sich aber geändert hat, sind die Spiele.
Und das tun sie auch weiterhin. Man kann mittlerweile immer und überall ein Exemplar eines Genres finden, welches einen fasziniert oder sogar positiv überrascht. Beispiele?

Wenn du keines dieser Beispiele ansprechend fandest, entschuldige ich mich. Es gibt anscheinend doch Menschen, die Indies nicht mögen.

Was hat das nun mit der Überschrift zu tun? Ich habe 2017 bereits einige Spiele gekauft, die mir meine Leidenschaft zurückgebracht haben. Und eines dieser Spiele würde ich fast schon als Defibrillator bezeichnen. Es ist in meinen Augen perfekt. Das ist meine Meinung und diese werde ich nicht mehr ändern. Und das nicht nur, weil ich es streame und dabei Spaß habe die Reihe Leuten näher zu bringen. Das Spiel um das es sich handelt ist der offizielle Nachfolger zu einen meiner absoluten Lieblinge.

Es ist nicht „NieR“

Wie oft wurde ich gefragt, was mein Lieblingsspiel war. Früher hätte ich sofort mit Tales of Symphonia drauf geantwortet. Heute unterteile ich in Genre, Plattformen und den Modus. Es ist im Grunde egal, was man persönlich besonders mag, da es sich ebenso ändern kann, wie das Angebot von Videospielen. Jedenfalls gibt es da noch NieR. Dieses Spiel hat einen besonderen Platz in meinem Herzen. Viele schreiben, wenn sie es erwähnen, von einem absoluten Geheimtipp. Man solle es unbedingt spielen. JEDER!
Würde ich nicht unterstreichen, weil NieR ein schrecklich anstrengendes Spiel ist. Aber wenn man Zeit investiert und das muss man auch, erlebt man etwas faszinierendes. Da fällt mir ein, dass ich noch den Reviewtext von vor einigen Jahren habe. Lassen wir also mein Ich Anno 2015 reden. Die Formulierung ist etwas kantig.

„NieR. Ich liebe NieR. Ich hasse NieR. Es ist eines meiner absoluten Lieblingsspiele und doch habe ich mich lange geweigert etwas dazu zu machen. Aber ich glaube es ist Zeit und ich versuche so viel wie möglich zu erklären, was in meinem Kopf vorgeht.
Ach wenn es doch nur einfach wäre. Ich denke ich fange einfach mit einer kleinen Anekdote an. Sie trug sich zum Release 2010 zu. Um den April herum um genau zu sein, dort wurde nämlich dieses Spiel bei uns veröffentlicht. Damals hörte ich noch ziemlich genau auf einen Herrn im Radio. Seinen Namen habe ich mittlerweile vergessen, doch ich höre noch heute seine Worte.

„NieR ist ein Spiel das nicht konventionell ist. Es ist in seinen Mechaniken nicht gut und daher nur Liebhabern zu empfehlen, die dann aber auch ein besonderes Erlebnis erfahren werden.“
So oder so ähnlich, waren seine Worte.
Ich habe es mir nicht gekauft.

Seit einigen Jahren, um genau zu sein seit den widerlichen Final Fantasy 13 Reviews, also einige Zeit nach dem NieR Release, habe ich aufgehört auf die Worte von Reportern und Reviewern zu hören. Einige Wochen zu spät. Zu dem Zeitpunkt war das Spiel nämlich bereits vergessen.
Etwas, was ich bis heute bereue, denn NieR ist eine Perle und mit dem auf der E3 angekündigten Sequel, dass nur zeitlich ein Sequel ist, aber storytechnisch nichts mit dem Vorgänger zu tun hat, erwartet uns vielleicht eines der großartigsten JRPG für die Generation PS4 und XboxOne.

The game’s all-star development team consists of producer Yosuke Saito (DRAGON QUEST X/NieR), director YOKO TARO (Drakengard/NieR), character designer Akihiko Yoshida from CyDesignation, Inc. (FINAL FANTASY XIV / BRAVELY DEFAULT), game designer Takahisa Taura from PlatinumGames Inc. (Metal Gear Rising: Revengeance), and composer Keiichi Okabe from MONACA, Inc. (TEKKEN/Drakengard/NieR). PlatinumGames Inc. will be amplifying the action-oriented combat and building a beautifully diverse visual experience that will fully harness the graphical power of the PlayStation 4 system.

An der Stelle muss ich jedes mal schlucken. Denn es gibt nur wenig Leute, die ich für etwas besonderes halte.
Dazu gehören überwiegend Meister ihres Fachs wie Okabe, REVO (Bravely Default OST), Iga (Symphonie of The Night Entwickler) und ja auch Uematsu. Diese und viele weitere, deren Namen mir nie im Leben alle einfallen, sind Menschen, denen man ihre Leidenschaft ansieht. Und Leidenschaft ist etwas, was mich immer tief bewegt. Zusätzlich muss ich sagen, dass die Riege an Menschen, die an dem Projekt arbeiten weit mehr, als ein Traum sind.

Nach einigen Jahren bin ich auf YouTube auf jemanden gestoßen, der zu der Zeit ein NieR Let’s Play angefangen hat. Mit der Absicht es auf 100% zu bringen. Mit der Absicht es der breiten Masse darzulegen.
Mittlerweile ist er einer meiner engsten Freunde und das auch durch NieR. Denn NieR verbindet. Es ist wirklich etwas einzigartiges auf der Welt.

Angefangen bei dem Fakt, dass es zwei NieR’s gibt. Gestalt und Replicant.
Gestalt ist in Japan die Xbox360 und Replicant die PS3 Version. Der Unterschied liegt nicht nur im Namen, sondern auch im Inhalt. Fakt ist Japaner scheinen eine seltsame Ader zu Geschwisterbeziehungen zu haben, die in unseren Gefilden eher verpönt wird. Es gibt Momente, in denen man Andeutungen sehen kann, wenn man extrem misstrauisch ist, doch bleibt das Spiel komplett frei von sexuellen Blicken zwischen NieR (der offizielle Name vom Protagonisten) und Yonah seiner Schwester.

Die PS3  Version hat ebenfalls NieR als Protagonisten, doch ist er hier der Vater von Yonah. Was als Anpassung an den Westen dienen sollte, weil man wohl glaubte, dass es sich so besser verkaufen würde.
Zusätzlich heißt das Spiel bei uns auch nur NieR. Achja und bevor jemand fragt, ich schreibe NieR immer mit einem großen R, weil das die offizielle Schreibweise ist. Jedenfalls in Japan.
Aber zurück zum Vater. Ich weiß, dass es daran liegen kann, dass ich nur die westliche Version kenne, aber die ganze Geschichte entfaltet sich meiner Meinung nach besser mit dem Vater, als mit dem Bruder.
Aber darauf kommen wir einfach am Ende zurück.

Punkt zwei der Einmaligkeit, ist das New Game Plus System. An der Stelle möchte ich vorwarnen, dass ich einiges spoilern werde. Solltest du also das Spiel selber erleben wollen, schalte ab, ich kann mich nicht davon abhalten.
Wie gesagt ist das NG+ etwas besonderes. Das Spiel weist 4 unterschiedliche Enden aus, von denen eins im ersten Durchgang, eines im zweiten Durchgang und zwei im dritten Durchgang getriggert werden können.
Heißt das, dass man das Spiel dreimal durchspielen muss? Nein, denn nach dem ersten Ende startet das NG+ automatisch in der zweiten Hälfte des Spiels. Nicht absolvierte Quests sind nicht mehr zu absolvieren, man behält aber alle Items, Waffen, das Level und die Aufwertungen.

Das ist einer der Punkte, die NieR zum Meisterwerk macht. Denn je öfter man es durchspielt, umso mehr erwacht man wie aus einem Traum. Je mehr wünscht man sich das Spiel verändern zu können. Nicht das zu tun, was man zuvor als ok erachtet hat.
Nicht zu sehen, was zu sehen ist.
Aber man muss es. Man muss es sehen, um zu verstehen, was dieses Spiel ist. Was es auszeichnet.

Jeder, so ist meine Meinung, der dieses Spiel nur als mittelmäßig betrachtet, hat es niemals ins NG+ geschafft. Denn ab dem Moment, ist es egal, wie schlecht die Grafik erscheint, wie seltsam die Welt aufgebaut ist. Es ist ein völlig neues Erlebnis untermalt mit einer Priese schwarzen Humors.
Aber genug geredet. Fangen wir endlich mit dem Inhalt an.“

Es liest sich wie ein Skript, weil es eins ist. Ich habe sogar über 11 Stunden Videomaterial aufgenommen. Zu einer Videoreview von mir kam es aber nie.

Es ist „NieR Automata“

Wie in dem Skript erwähnt, wurde NieR Automata als Sequel von NieR angekündigt. Um genau zu sein mit nur geringen Verbindungen zum Original, wenn überhaupt. Etwas, was mir egal war, denn die Leute im Projekt waren eine Traumbesetzung. Es gibt niemanden, den ich mir eher gewünscht hätte.
NieR Automata spielt in etwa 1000 Jahre nach NieR und behandelt den Krieg zwischen Androiden und Maschinenwesen, welche von Aliens erschaffen wurden. Diesmal rennt man nicht alleine durch die Gegend, sondern hat einen Begleiter. Beide Androiden, welche 9S und 2B als Bezeichnung tragen, müssen auf der zerstörten Erde Sidequests lösen und den Krieg ein für alle Mal beenden. Im Laufe der Geschichte entwickeln sich Beide weiter und treffen auf schräge Persönlichkeiten. Und genau wie in NieR ist ein Spieldurchgang nicht das Ende. Diesmal hat Square vorsichtshalber eine Nachricht ans Ende gehängt, damit auch niemand auf die Idee kommt so zu tun, als wäre es nicht offensichtlich. Kein JRPG geht 20 Stunden. Aber besser Vorsicht als Nachsicht.
Übrigens gibt es diesmal so viele Enden, wie es Buchstaben im lateinischen Alphabet gibt. Eingeschlossen dem typischen Draken-NieR alle Waffen aufs Maximum gebracht Ende. Man kann Enden verpassen, also empfehle ich sehr genau zu beobachten. Oder du nimmst dir ein Guide zur Hand.

Ich sitze aber nicht hier und tippe auf der Tastatur herum, um Automata auseinander zu nehmen. Das haben genug Leute getan. Das Endergebnis ist sowieso fast immer das Gleiche gewesen. Es ist ein Spiel, dass jeder JRPG Fan spielen sollte. Ich gehe hier aber einen Schritt weiter und versuche zu erklären, warum es das beste Spiel des Jahres, wenn nicht sogar der letzten Jahre ist. Es ist ein Titel, der in jedem Regal stehen sollte, das ebenso NieR beinhaltet. Es ist im Grunde NieR in Perfektion und ohne Fehler. Ok ausgenommen der Fokus. Eine Katastrophe bei größeren Gegnern.

In den letzten Jahren sind Spiele erschienen, die sich einem bestimmten Genre bedienen, das bereits so schon lange existiert oder ein Nachfolger für ein zuvor erschienenes Spiel sind. Sie haben selten etwas innovatives geboten, meistens eher das Gute vom Alten gezeigt. Fortsetzung einer bereits vorhandenen Story. Manchmal war selbst das nicht ansprechend. Es gibt unter diesen Vertretern gute und schlechte Beispiele. Jedem ist selbst überlassen was er wo einordnet. NieR Automata dagegen hat es geschafft das Gefühl beizubehalten und weiterzuentwickeln. Das bedeutet, dass wenn du NieR gespielt hast, wird sich Automata noch mehr wie NieR anfühlen, als NieR selber. Es sind nicht nur die Kameraperspektiven, die beide Teile außergewöhnlich machen. Die Art wie NPCs kommunizieren, die Form, in der Geschichten erzählt werden, und der dezente Einsatz von Musik. All diese Dinge machen ein NieR Spiel aus.
Kameraperspektiven wechseln nun häufiger. Man erinnert sich gut an das Dorf Adlerhorst, in dem es öfter zu einem Wechsel zwischen zwei Perspektiven kam. In Automata passiert das noch häufiger und wird wie im Vorgänger benutzt um bestimmte Gefühle hervorzurufen. Vielleicht aber zeigen sie einem auch eine Randnotiz, die wichtig für das Verständnis ist. Die Ausmaße lassen einen jedenfalls zu oft zum Schluss kommen, dass man als Figur nur ein Kleines Rädchen in einer massiven Welt ist.
Sidequests fangen wie im Original normal an und enden mit etwas unerwarteten. Nur in Automata sind alle noch verzweifelter. Alles fühlt sich noch ein Stück mehr traurig und falsch an. Die Belohnungen dagegen sind reichhaltig. Das lenkt aber nicht vom Fakt ab, dass man meistens nach Abschluss traurig oder wütend ist. Das ist in NieR normal und in Atomata noch allgegenwärtiger.
Was durch die noch vielseitigere Musik unterstützt wird. Du hast in NieR geweint? Du wirst in Automata noch mehr leiden und dir wünschen etwas ändern zu können. Ungerechtigkeit schwebt vor deinen Augen und dir wird von Stunde zu Stunde klarer, dass NieR und Automata einzigartig in ihrer Art sind und Letzteres das Original in dem Punkt überbietet.
Und ja es gibt bekannte Gesichter. Sie sind logisch in die Geschichte eingebaut und wirken nicht wie Fanservice. Etwas, worüber ich besonders dankbar bin.

Das beste Spiel 2017, wenn nicht der letzten Jahre

Warum ist es mein Spiel des Jahres, wenn es nichts neu erfindet, sondern nur ein altes Spiel nimmt und alles daran verbessert? Weil es alles neu anfühlen lässt. Wie oft haben wir uns gewünscht einmal nur einmal unser Lieblingsspiel von Vorne, blind genießen zu können. Man weiß was passiert, man weiß was zu tun ist. NieR Automata ist NieR. Es fühlt sich an wie NieR. Aber es ist neu. Es ist ein neues NieR, was genau die gleichen Gefühle wieder aus deinem Herzen hervorkramt, die du damals hattest, wenn du dich darauf eingelassen hast. Es geht dabei den Schritt weiter und steigert das Gefühl durch eine noch glaubhaftere und ausgefeiltere Geschichte. Wir sind keine Androiden, aber wir verstehen dennoch ihre Probleme , weil das Spiel uns erklärt, wie diese Maschinen fühlen. Und manchmal ertappt man sich und sagt, dass man irgendwann einmal genauso dachte. Aber wir sind keine Maschinen und wir lernen aus unseren Fehlern. Etwas, an das dieses Spiel sehr subtil erinnert. 
Am Ende hat man nicht nur eine Geschichte erlebt, die einen zum Denken anregt, sie kann dich ebenso verändern, wenn du dich darauf einlässt. Und dafür muss man nicht das Original gespielt haben. Jeder kann es ohne Vorkenntnisse genießen und aus Neugierde den Vorgänger spielen und den genauso lieb haben. Für einen NieR Liebhaber oder eine Liebhaberin ist es aber ein Geschenk. Endlich ein neues NieR. Endlich ein Spiel, dass mich wie damals fühlen lässt, als ich während meiner Kindheit neue Genres und Stories erlebt habe. Aber gleichzeitig ist es erwachsen und niemals kindisch.

Ich liebe dieses Spiel.

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#105 Wo bleibt die Freude?

„Wir alle werden älter. Deine Interessen ändern sich nun einmal. Wir können das nicht aufhalten. Lebe wie du willst. Wieso nervt dich das überhaupt? Es gibt so viel Auswahl. Du bist halt nicht die Zielgruppe. Jeder kann machen, was er will.“

Das sind subtile Anzeichen für „mich juckt es nicht, also sollte es dich auch nicht jucken“. Man muss diese Aussagen akzeptieren, denn nicht jeder kann so schwer loslassen, wie ich. Ja, ich nehme mich als Beispiel, weil ich glaube, dass die Meisten nicht so fühlen. Falls doch würde ich mich über einen Kommentar freuen.
Ich lese es täglich in Chats, unter News, auf Twitter und ich selber ertappe mich dabei die oben genannten Zitate herauszupressen.
Worum es geht? Videospiele oder besser gesagt meine Vorfreude auf Neue.

Geht es nur mir so, oder bin ich nicht mehr das Marketingziel der Spielehersteller? Wieso habe ich das Interesse an den großen Produktionen verloren? Warum drehe ich mich um 180° und kaufe NES, SNES, Famicom, Super Famicom und Mega Drive Spiele, obwohl doch so viel „Besseres“, Neueres vor mir liegt?
Ja. Ich besitze sie, ich kaufe sie sogar ab und zu, diese riesigen AAA Produktionen, mit 90% Werbeausgaben vom Gesamtbudget. Das letzte massive Etwas, war Overwatch. Ein Spiel, dem ich vom Konzept absolut nichts abgewinnen konnte. Ich habe es gekauft, weil die Charaktere tiefgründig und breit entwickelt erschienen. Nicht alleine vom Design gesprochen, ihr Verhalten, ihre Dialoge und selbst Angriffe stehen für sich. Das mag ich. In meinem Besitz befindet sich übrigens ebenso das letzte Assassins Creed, wobei ich keine Ahnung habe, ob das überhaupt noch AAA ist. Was ich nicht besitze ist der Wunsch nach Neuem. Marken, Titel, Produktionen gehen an mir vorbei. Ich bin zum Spontankonsumer geworden. Messen, wie die E3 oder GamesCom langweilen.

Die Veränderung

FromSoftwares Reihe, Bloodborne mit einbezogen, ist vielleicht das beste Beispiel. Rückblende in den April. Nach so vielen langen Monaten sollte Dark Souls 3 erscheinen. Demon Souls hat mich zu seinem Release angewidert. Das Design war schmutzig, dreckig, die Gegner gemeine Zombies und jeder hat es für seinen Ansatz gelobt. Es wollte kein perfektes Spiel für Jeden sein, es war und ist noch heute eine Herausforderung. Nichts für mich, in meinem damaligen Zockerzustand. Weiter gespult, Dark Souls wurde released und ging komplett an mir vorbei. Zu der Zeit war es nichts mehr neues, dass Spiele gemein und dreckig sind. Gefeiert wurde es von den Fans, wer wie ich nicht drin stand, an dem ging es fast gänzlich vorbei. Als dann Dark Souls 2 angekündigt wurde, hatte ich einige freundschaftliche Kontakte in der Szene gefunden und wollte mich selber der Herausforderung stellen. Verdammt, ich wollte das Spiel besiegen, ausweiden und dann auslachen. Stellte sich heraus, dass es eher mich fertig machte. Die Streams existieren noch auf meinem Kanal. Anschauen kann ich aber nicht empfehlen. Nach DS2 habe ich mich dann an DS gesetzt. Weil DeS werde ich niemals anfassen. Keinen Millimeter! Das Ergebnis war ebenfalls ernüchternd und dennoch habe ich irgendwann Gwyn besiegt, weil ich mich den Gefahren gestellt habe! Naja und weil ich alle Seelen in Belastung und Pyro gepumpt hatte. 
Aber zurück zu DS3. Habe ich mich auf DS2 noch wie damals Weihnachten gefreut, als ich meinen GameCube bekam, war DS3 eher ein „man muss ja“. Und das Gefühl existiert nicht nur bei der Souls Reihe. Mittlerweile erscheint maximal ein Spiel im ganzen Jahr, dass mich hibbelig werden lässt. 2015 war es Bloodborne, 2016 könnte es NieR werden, wird nicht, wie gemunkelt, demnächst das Releasedaten auf 2017 verschoben. Übrigens selbst Pokémon erzeugt keine übermäßige Vorfreude mehr.

Und wer hat jetzt Recht. Bin ich ultimativ aus dem Alter raus, in dem man Videospiele spielt? Sind meine Interessen zu extrem spezifisch geworden? Liegt es daran, dass ich Nintendofangirl bin? Ich kann dem allem nicht wirklich widersprechen, aber auch nicht zustimmen, weil ich zum Beispiel Wrestling weiterhin liebe und verfolge. Es ist nicht so, dass ich keine Spiele zu kaufen oder zocken habe, sie sind da. Sogar reichlich und erst Letztens ist meine Sammlung auf über 1060 angestiegen. Also was ist passiert?

Man muss ja

Seit einiger Zeit hat sich mein gesamtes Konsumverhalten geändert. Es ist nicht mehr so extrem wie damals, als ich Spiele gekauft habe, nur um sie für YouTube aufzunehmen. Ja diese Zeit existierte und ich bin froh, dass der innerliche Zwang endlich weg ist. Wenn man diesen Aspekt außen vor lässt, bleibt trotzdem eine andere Person übrig. Die Möglichkeit alles zu jeder Zeit haben zu können, hat alles verändert. Als Kind musste ich meine Eltern anbetteln in den 80km entfernten Elektronikladen zu fahren, um zu schauen, ob etwas Neues raus gekommen ist. Meistens war da aber nichts. Heute brauch man nur PayPal oder AmazonPay und in zwei Klicks hast du den neuen Hit auf deinem Gerät. Das hat einfach alles geändert.

Warum nutzt man diese Möglichkeiten? Man muss ja. Teils als Entschuldigung und teils als tatsächlicher Grund, geistert diese Aussage tief durch das eigene Gehirn. Damals wie heute gilt nämlich, lieben es alle, muss es gut sein. Mund zu Mund Propaganda, so negativ belastet das Wort auch ist, ist die beste Propaganda. Man glaubt seinen Freunden halt eher und lieber, als einer Zeitschrift oder Website, die vielleicht sogar dafür bezahlt wurde. Die Frage die dann nur noch bleibt ist, hat man genug Geld? Keine Sorge, das gilt nicht für Jeden. Aber du findest dich sicher im nächsten Absatz wieder. 
Denn als Alternative gibt es kultgleiche Sales auf den verschiedenen Online-Plattformen, die meist zeremonieller gefeiert werden, als die heutigen Religionen. Leute geben hunderte von Euros oder Dollar aus im Gedanken, dass sie dieses Spiel vielleicht einmal zocken möchten oder diese schon Jahre auf der Wunschliste hatte. Das Geld? Solange man es nicht physisch in der Hand hat, setzt keine Angst oder ein schlechtes Gewissen ein.

Ich habe Beides über Jahre betrieben. Es war auslaugend, unbefriedigend. Aber bei weitem nicht der einzige Grund, warum ich den Spaß an neuen Videospielen verloren habe. Es gibt immer zwei Seiten.

Das muss aber so

Wir haben es gut. Damals zu Atari und C64 Zeiten gab es keine Sicherheit, dass eine Kassette oder Floppy das hält, was die Werbung versprach. Es waren teilweise teure Blindkäufe und am Ende ging das Spiel nur wenige Minuten oder war vielleicht überhaupt nicht zu schaffen. Heute haben wir Zeitschriften, Webseiten, Videos, Alphas, Betas und Demos, die uns vom Kauf überzeugen oder Abschrecken können. Ja wir haben es wirklich gut. So gut, dass einer dieser Kommentare mich davon abgehalten hat ein Spiel zu kaufen, dass ich nachkaufte und heute als Perle bezeichne. So gut, dass Personen einem Sätze um die Ohren hauen wie:“aber X hat Y gesagt!“, das ultimative Argument. Und so gut, dass ganze Diskussionen um simple Formulierungen entstehen.
Die neuen Medien haben es ermöglicht, dass Jeder eine Stimme hat. Eine fantastische Sache, leider haben die Medien nicht gelehrt, wie man differenziert. Manche Leute leben wörtlich eine Monoargumentation und andere Meinungen werden im schlimmsten Fall mit Morddrohungen unterdrückt. Es gibt da diesen einen ironischen Spruch, der es perfekt zusammenfast.

So steht es im Internet, also muss es wahr sein.

Jeder der eine Stimme hat, will gehört werden. Das ist etwas rudimentäres. Und manche Leute manchmal unterstützt durch Gruppen sehen ihre Stimme als DIE Stimme an. Ihre eigene Meinung ist die einzig WAHRE! Man ist doch im Recht, wieso sollte man nicht? Es stimmt nicht, was der oder die da schreibt oder sagt! Das kann es nicht!
Sein wir ehrlich. Die Diskussion ist nicht das Problem, es ist die Art der Kommunikation und die Lautesten haben die unangenehmste Art. Sachlichkeit weicht der Provokation. Hat man keine Argumente wird beleidigt. Und manchmal reichen ein oder zwei Worte und alles eskaliert.

„Master Race“

Warum eskalieren manche Diskussionen? Das liegt am wahrscheinlichsten am Ego. Jeder hat seine eigene Meinung und diese kann sich nach einiger Zeit in ein festes Bild weiterentwickeln. Wie es war, war es gut und sollte sich niemals ändern. Es hat exakt so zu sein, wie die Leute es sich vorstellen. Neues ist nicht gern gesehen. Beispiele gefälligst? Final Fantasy hat so zu sein wie damals und 13 ist eine Missgeburt. Das ist kein Resident Evil mehr, das ist Call of Duty Kiddy-Scheiße. Der Entwickler verschiebt den Release, also muss er mit dem Leben bedroht werden, dieses faule Stück. Das Ende entspricht nicht dem, was ich erwartet habe oder wollte, ändert das ihr Schweine. Paper Mario wird scheiße, obwohl ich nur den einen Trailer gesehen habe und da keine Begleiter vorkamen, wie in meinem Lieblingsteil. Es hat genau so zu sein, wie der Konsumer es sich vorstellt, untermalt mit Beleidigungen. Selten findet man gesittete Diskussionen zu brandheißen Themen..
Dieser Gedanke alleine und die Art Diesen rüberzubringen hat mich weiter von Videospielen entfernt, als es jeder Nintendo-E3-2015-Hater jemals geschafft hätte. Ich hatte mehr Auseinandersetzungen über FF7, FF13, Resi5 und das ich Nintendo immer noch liebe in meinem bisherigen Leben als es nötig gewesen wäre. Ich wurde angebrüllt, weil ich das Gesichtstattoo von FF8 Charakter Xell hinterfragt habe. Aber das gehört dazu, es gibt immer fanatische Fans. Wenn man ruhig bleibt und an den ruhigen Anteil denkt, eskaliert die Situation nicht. Das Problem tritt erst dann auf, wenn diese Konflikte sich durch das gesamte Netz ziehen, beide Seiten sich im Ton vergreifen und hochschaukeln.

Als Final Fantasy 13 erschien, habe ich meine letzte Spielezeitschrift gekauft und das letzte mal auf eine Review gehört. Überall stand dieser eine Satz. 

„Es ist kein klassisches Final Fantasy“

Eine so extrem subjektive Aussage, die nichts in einer Beurteilung zu suchen hat, weil die Definition alleine auf persönlichen Erfahrungen beruht. Das und die Fraktion, die sich für diese neue Art von Geschichtenerzählung ausgesprochen haben, schaukelten sich auf eine so dermaßen aggressive Grundhaltung hoch, dass für mich eine Grenze erreicht war.
Ich meide seitdem Reviews oder Artikel über Spiele, die mich interessieren. Ebenso kaufe ich neu erscheinende Titel mittlerweile nur noch blind. Ich lasse mich nicht hypen oder umstimmen. Ebenso ignoriere ich die Leute, welche gegen Vorbestellungen predigen. Und das hat mich Videospiele gegenüber recht unemotional werden lassen.

wo bleibt der Spaß

Ich bin gealtert, habe gelernt, dass Menschen im Internet nicht immer richtig liegen und gehe nur noch blind auf Spiele zu. Meine Interessen haben sich festgelegt, meinen Horizont erweitere ich gerne, aber nur zu einem günstigen Preis. Ich vertrete meine Meinung auf eine ruhige Art und gehe Konflikten lieber aus den Weg. Trailer und Leaks gehen meistens an mir vorbei und selbst der größte Hype kann mich mal kreuzweise. Und ich habe den Spaß und das Interesse an all dem verloren. 
Der Grund ist, das mögliche Antreffen einer Person, die anderer Meinung ist und diese auf vulgäre Art unterstreicht. Gaming hat etwas mit Gemeinsamkeit zu tun. Es gibt nicht ohne Grund für alles eine Community. Aber in den letzten Jahren hat sich in fast allen Richtungen eine kleine und extrem laute, aggressive Schimmelschicht auf der leckeren Marmelade ausgebreitet. Abkratzen funktioniert nicht, weil es immer Überreste gibt, die sich schon tief ins Glas gegraben haben. Ich gebe es zu, ich bin resigniert. Mein Interesse hat sich geändert, wegen Anderen.
Das heißt nicht, dass ich die Videospielcommunity an sich aufgegeben habe. Viel mehr sehe ich nach dem Ausblenden der großen lauten Blasen die kleinen Stimmen. Sozusagen das, was hinter dem Rand der Allgemeinheit existiert. Indieentwickler, die ihre Arbeit auf Twitter teilen, YouTuber, so klein, dass sie noch nicht mal durch die Suche zu finden sind oder Speedrunner. Das was man sonst niemals finden würde. Es ist alles etwas technischer und persönlicher geworden. 

Aber wo bleibt der Spaß? Er ist ebenso persönlicher geworden, pragmatischer. Die Vorfreude hält sich in Grenzen, schmälert beim Zocken aber nicht mehr den Spaß, wenn das Spiel doch enttäuscht. Ebenso kann man positiv überrascht werden, falls etwas Gutes dabei ist. Nach so vielen Jahren weiß man dann noch in etwa, welchen Firmen man vertrauen kann und das hilft. Das sind leider nicht mehr die großen Tiere. Zu oft wurden wir Gamer mit Plattitüden enttäuscht. Ein wenig den Fokus auf kleinere Fische im Teich zu richten, kann glücklicher machen. Sowie aktiv Seiten wie „itch.io“ oder „gog.com“ nach den Perlen zu durchsuchen. 

Ich bin mir nicht sicher ob ich traurig oder dankbar sein soll. Natürlich fehlen die Schmetterlinge im Bauch, wenn man jeden Tag nach News zu dem einen Spiel sucht, schneller ist als die Freunde und dann damit angeben kann. HA! Alter Hut! Andererseits freut man sich mehr, wenn dann das Spiel plötzlich im Postfach liegt, anstatt Wochen traurig zu sein, dass es nicht da ist. Es ist ein zweischneidiges Schwert, was je nach Situation frustrieren oder überraschen kann.
Warum ich mittlerweile aber lieber alte Spiele kaufe, als Neue, hat einen anderen Grund. Ich möchte nachholen, entdecken und selber herausfinden, warum Leute manche Spiele so verehren. Etwas, was ich übrigens Jedem empfehlen kann.

Und?

Abschließend brennen mir einige Fragen auf der Zunge. Bin ich die Einzige, die sich durch die angestiegene Konfliktbereitschaft über Videospiele von den Mainstreamfirmen größtenteils abgewandt hat? Hat sich für dich dein Spielkonsum verändert? Hast du noch Spaß? Lässt du dich hypen? Wie sieht es mit Indiespielen aus? Welche Spieleserie kaufst du dir immer?
Ich würde mich auf deine Sicht freuen und bedanke mich für das Lesen.

 

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#104 Retron 5 -alt und neu und unausgereift und faszinierend-

Pixel, Voxel oder ganze realistische 3D Modelle?

Ich bin mit Nintendo aufgewachsen. Für mich ist Retro die Zeit ab Super Nintendo und dem N64. Dass es NES, Ataris, Famicoms oder ganze Ein-Spiel-Konsolen gab, habe ich erst vor einigen Jahren mitbekommen. Meine gesamte Kindheit drehte sich um den GameCube, die Wii und Handhelds. Und auch Jahre nach der Erkenntnis, dass es eine Zeit vor Windows 92 und einem Telefon-Internet gab, war Retro für mich uninteressant. Man erkennt die Schönheit in manchen Dingen eben erst, wenn sie zu verschwinden drohen. Wie die Chance Spiele zu zocken, die vor der eigenen Generation erschienen sind und jetzt schlecht emuliert in Online-Shops angeboten werden. Wo bleibt da der Flair?
Wenn ich mich entscheiden müsste, was meine Lieblingsdarstellung von Charakteren ist, hätte es sich in den letzten 15 Jahren von 3D zu flüssigen Sprites verschoben. Die Kunst eine Ansammlung von Pixeln dazu zu bringen lebendig zu wirken, ist Kunst. Was nicht heißt, dass 3D Modelle uninteressant sind, es fühlt sich nur nicht so kreativ an.
Warum interessieren wir uns überhaupt für alte Spiele? Es gibt natürlich immer den Kindheitsfaktor, doch was ist mit Leuten wie mir, die kein solches Gerät besaßen? Ist es vielleicht Neid, der Wunsch mitreden zu können oder einfach nur Sammelwut? Ich kann hier nur für mich reden, aber seit ich die Games Done Quicks verfolge, bedrängt mich ein inneres Bauchgefühl zum Kauf eines SNES oder zur Benutzung eines Emulators, ein Programm, welches ich persönlich verabscheue, solange die Möglichkeit besteht das Original auftreiben zu können. Ich habe nur zwei Spiele jemals über einen Emulator gespielt. Das waren Donkey Kong Country 2 für ein Together und Mother 2 (bei uns als Earthbound bekannt). Letzteres habe ich abgebrochen, weil dann die WiiU angekündigt wurde und sie als Launch-Titel eben dieses Earthbound besaß.
Warum mir Emulatoren missfallen hat einen wirtschaftlichen Grund. Wie gesagt kann man viele Spiele immer noch irgendwie bekommen und so Retroläden oder Privatverkäufer einen kleinen Geldbonus bieten. Gerade Läden kämpfen um ihr Überleben, warum also nicht unterstützen? Ja, Emulatoren sind natürlich günstiger und vielleicht hat man auch kein Geld, da kann ich nichts gegen sagen. Dennoch mag ich sie nicht, sie unterstützen den Nichtkauf.
Ironischerweise ist der Retron5 ein Gerät, welches die Iso von der Cartridge ripped und dann über einen Emulator spielbar macht. Eigentlich kein Unterschied, bis auf den Fakt, dass eben das originale Spiel gebraucht wird. Dadurch kann man zusätzlich Sprach-Patches auf das Gerät spielen und japanische oder amerikanische Spiele auf Deutsch zocken, was gerade für jemanden wie mich ein massiver Vorteil ist. Ich liebe japanische Rollenspiele.

mangelhafte Ware

Das Gerät ist eine Katastrophe, die Verarbeitung ein Haufen Nachlässigkeiten und wenn man die Cartridge falsch raus zieht, zerstört man den Schacht und die sich darin befindlichen Pins. Die Software hat Bugs und ein System-Boost kann die ganze Hardware zerstören. Das Ganze wird nicht in Deutschland vertrieben, da das Wireless-Signal des Controllers zur Konsole nicht den Richtlinien entspricht und der Import ist wegen dieser Beschränkungen unmöglich. Jedenfalls bei offiziellen Shops in Amerika. Klingt doch großartig oder? Der UVP liegt bei 150$ in Amerika mit Garantie und 160 bis 200€ in Deutschland ohne Garantie.
Mein erster Retron5 war B Ware und hatte angeblich nur einen kaputten Controller.

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Weder der GameBoy Advance Slot funktionierte, noch war der SNES Slot in Ordnung. Der Anblick schmerzt.
Zum Glück gilt in Deutschland eine automatische Garantiepflicht und man kann Elektronik zwei Wochen lang zurückschicken. Der Zweite Versuch verlief besser und diesmal funktionierten die beiden Slots. Ob die Anderen gehen kann ich nicht sagen, da ich keine Genesis, NES oder Famicom Spiele besitze. Hoffen wir einfach auf das Beste.
Neben der Hardware gibt es noch die Software. Mittlerweile wurden einige Updates veröffentlicht, darunter auch ein Beta Patch, den ich nicht empfehlen kann. Die veröffentlichte 2.2 ist zwar ein Bugfest laut Aussagen vieler Nutzer, dennoch hatte ich einen unglaublich nervigen Soundbug mit der neuesten Version, sodass ich auf 2.2 geblieben bin.

DSC_0434Wie bereits erwähnt ist der Retron5 ein Gerät, dass hauptsächlich als Kompromiss dient. Für Leute, die keine Emulatoren am PC nutzen wollen, aber dennoch ihr Lieblings-Japano-Spiel übersetzt zocken wollen. Für Leute, die ihre Spiele noch haben, aber keine funktionierende Konsole mehr. Für Leute, die alles auf einmal nachholen wollen.
Das Ganze funktioniert deshalb, weil Hardware Patente von Sega und Nintendo abgelaufen sind, die das Bauen solcher Geräte offiziell erlaubt. Deswegen gibt es ebenfalls noch keinen Retron6 mit N64 Slot. Somit kann man rein theoretisch kaputte Kontakte mit originaler Hardware reparieren. Genauso wie man originale Controller an das Gerät stecken kann, was wohl das Beste ist, weil der Hyperkin Controller wirklich schlecht ist und anscheinend auch schnell kaputt geht. Und der Part mit der Reparatur mit Originalteilen? Ich glaube bei den Preisen kann man sich gleich einen neuen Retron5 kaufen.

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Steckt man nun eine Cartridge in den dafür vorgesehenen Slot, sucht die Konsole automatisch nach dem Spiel, kann den Speicherstand importieren, wenn man möchte und ripped sich die Iso. Übrigens wurde bekannt, dass es bei dem Vorgang des kopierens zu Meldungen kam, dass Speicherstände korrumpiert oder einfach nur gelöscht wurden. Es kommt auf das Spiel und die Firmware an, aber ich persönlich würde empfehlen die Speicherstände da zu lassen, wo sie hingehören. Hat man Probleme mit dem Speichern benutzt man die Savestates. Zusätzlich kann man jetzt Cheats, Patches oder Hacks auf das Gerät laden. Inwieweit das funktioniert, ist mir unbekannt, da Cheats mich nicht interessieren. Aber wer mein „Tales of Phantasia V.S.“ (klick) Video gesehen hat, weiß, dass Language Patches funktionieren. Dabei sucht man sich nur den Ordner raus, in dem die „ips“ Datei liegt und wählt sie einfach aus. Fertig. Die Patches selber kann man zum Beispiel hier und hier finden.

Fazit

Ich habe ziemlich viel Geld in das Gerät und passende Spiele gesteckt. Mittlerweile besitze ich ein SNES und 17 SFC Spiele. Letztere mussten natürlich gepatched werden, was leider in vier Fällen nicht möglich war. Die vier Titel sind Aretha 2 – Ariel no Fushigi na Tabi, Dragon’s Earth, Final Fantasy – Mystik Quest (hier kann man zur Not eine eigene „.ips“ erstellen) und Heracles no Eikou 4 – Kamigami kara no Okurimono. Bei zwei Spielen konnte ich nur unfertige Übersetzungen finden. Das waren Fire Emblem – Seisen no Keifu und RPG Tsukuru – Super Dante. Soweit so gut. Bei vielen Retron5 Geräten kam es wie bereits erwähnt zu Problemen mit den Pins, da der SNES Schacht ziemlich eng verbaut wurde. Man kann, wenn man wirklich viel Pech hat den Schacht komplett unbrauchbar machen. die Lösung ist recht simpel, die Module nur von recht heraus ziehen, was ziemlich gut funktioniert. Ebenso werden nicht erkennbare Module (unknown cartridge) nach mehrmaligen einstecken plötzlich erkannt. 

Als Fazit kann ich sagen, dass dieses Gerät mein Herz erobert hat. Auch wenn immer als Hintergedanke in meinem Kopf ein großes Achtung schwebt, dass mich warnt wirklich vorsichtig zu sein, da der Preis verdammt happig ist und das Gerät sehr empfindlich. Wer so wie ich keine originalen Konsolen und Spiele besitzt, sollte es sich überlegen. Es gibt sogar die Wahl zwischen grau und schwarz. Jeder Andere bleibt bei seinen Originalen.

 

Jetzt stellt sich mir nur die Frage ob jemand auf einen Retro-Stream am 5.2. Bock hat.
Ja? Nein?

 

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#WWELeipzig – Houseshow 13.11.2015

Es ist wieder soweit

Männer prügeln sich, Frauen beißen und kreischen. Es gibt einfach nichts besseres, als Wrestling live. Am 13.11.2015 war die WWE in Leipzig. Leider wurde Seth Rollins auf de rUK Tour verletzt und durch Big Show ersetzt, der stark angeschlagen wirkte. Natürlich habe ich einige schlechte und verwackelte Fotos gemacht. Also auf geht’s in die Ergebnisse, kurz und knackig weil ich gerade erst zurück bin.

Als erstes hielt Hunter eine kurze Rede, natürlich vorher aufgenommen, in der er erklärte, warum wir keinen Setz kriegen und was es als Ersatz gibt. Auch zwischen den Matches gab es Einspieler und oh WUNDER, das WWE Network kommt endlich zu uns. 9,99!! ♥
Als erstes Match lief ein Tablesmatch mit den The Dudley Boyz gegen The New Day. Dabei gab es einige „we want tables“ chants. New Day selber wurde massiv ausgebuht. Es gab eigentlich keine Sekunde, wo nicht gebuht oder gejubelt wurde.
Match zwei war Ryder gegen Young. Eine sehr amüsante Kombo, man hat beiden angemerkt, wie viel Spaß sie hatten. Es war durchweg unterhaltsam und am Ende haben sie die Hand geschüttelt.
Cesaro gegen Miz war wohl das lauteste Match und fast mein Highlight des Abends. wenn ich mich recht erinnere ging es 20 Minuten und verdammt nochmal, The Miz durfte viel zeigen. Eine tolle Kombo, besonders als am Ende nach 3 gefailten Swings einer durchkam und ganze 25 Umdrehungen machte. Danke dafür ♥
Das Diven Triple Thread war klar von Peige dominiert und man hat gemerkt, wie viele Fans sie hat. Mir tat Alicia schon fast Leid, keiner hat sie angefeuert. Was man sagen muss ist, dass es kein Durchhänger war.
Kane gegen Biggy war irgendwie mein Angstfaktor. Beide sind nicht die Jüngsten und sowieso nicht mehr mobil. Zusätzlich hat man Biggy seine Verletzung angesehen. das Match selber war ein Streetfight und es kam ein Kendo-Stick, ein Steel Chair und ein Table zum Einsatz. Nach dem Match gab es Respektapplaus für Biggy und ein Ref wollte ihn pinnen. Es gab den dreier Count, doch Biggy hat beide weggeschleudert.
Curtis Axel gegen Bobitch war ein Witz. Genau, wie das anschließende Dance-off. Wenigstens kann R-Truth tanzen. Naja.
Ziggy gegen Tyler war etwas zäh, Summer wurde dann irgendwann auch des Rings verwiesen. Dennoch hat es Spaß gemacht, da die Moves klasse aussahen
Und am Ende gab es Säuferchen (Ambrose) gegen Steen (Owens). das Match selber konnte ich nicht ernst nehmen und ich war glaube ich auch die Einzige, die Säuferchen durchweg ausgebuht hat. Dennoch lief es schön rund und hatte ein Fanservice Ende, bei dem alle männlichen Wrestler den Ring gestürmt haben. EY! Und Miz durfte seinen Finisher zeigen! Echt Klasse.
Ich selber war in meinem Leben auf einigen Houseshows, doch keine war so kurzweilig, wie diese. Die Crowd war fantastisch und jedem Wrestler wurde Respekt gezollt. Natürlich war das eine Houseshow und alles wirkte weniger ernst. Macht nichts, ich hatte trotzdem Spaß. Also, wenn ihr könnt, besucht eine Houseshow. Verglichen mit den Jahren davor war das heute fantastisch. 

Fotos

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#103 Tales of Phantasia -wirklich advanced-

Nostalgie

Wenn du an deine Kindheit zurück denkst, welches Spiel fällt dir sofort ein? Ich sage es ziemlich oft, bei mir war es „Tales of Symphonia“. Für mich galt „ToS“ auch lange Zeit als das erste Tales of, das je existiert hat. Bis dann irgendwann mein Horizont erweitert wurde und es sich herausstellte, dass es doch noch mehr davor gab. „Tales of Phantasia“ zum Beispiel. Nehmen wir die anderen Stücke Destiny, Eternia und Destiny 2 einfach aus der Zeitleiste. „ToP“ ist ein ganz besonderes Spiel, da es nie original bei uns erschienen ist. Dabei gab es viele Momente, in denen es hätte passieren können. Ok nicht die japanische SNES Version. Ok nicht die PSX Version und ok nicht die PSP Version, aber hey, wenigstens hat es die Advance Version zu uns geschafft. Am 15. November 1995 erblickte das Spiel das Licht der Welt. Wie die Zahlen schon erahnen lassen, hat die Serie bald ihren 20. Jahrestag, was übrigens gebührend gefeiert wurde. Ich sage gebührend, andere würde sagen „LAME!“. Zum 29. August 2015 wurde nämlich folgendes veröffentlicht. Das ist eine 9 CD teilige OST Sammlung von Tales of Phantasia, die alle drei Generationen des Spiels beinhaltet. Kauft man sich die limited Edition gibt es das hier oben drauf. Eine Musikbox, die YUME-WA OWARANAI spielt, das Theme von diesem Spiel. Wer jetzt zuschlagen möchte, der sollte tief in seine Tasche greifen, weil limitiert wohl mehr als nur zutrifft.
Was ebenfalls limitiert ist und mittlerweile horrende Preise erzielt, sind die einzelnen Spielversionen. Unter 30€ eines der Spiele abzugreifen, ist mittlerweile fast unmöglich. Ich persönlich hatte einmal eine Chance die Advance Version für 10€ zu bekommen und habe nicht zugeschlagen. Für ein wenig mehr Geld, ist es nun dennoch in meinem Besitz. Vielleicht schauen wir uns einfach gemeinsam an, was dieses Spiel zu bieten hat.

Das nenne ich Dickkopf

Das Erste, was auffällt ist, dass alles etwas matschig aussieht und jeder große Köpfe hat. Ja man muss grafische Abstriche machen, aber im Grunde ist es immer noch 1:1 die SNES Version. Ok es laggt gewaltig, wenn man kämpft und alles ist zäh und träge, aber wie gesagt, man muss Abstriche machen. Der Advance ist eben auch nur ein Advance. Wobei ich doch etwas enttäuscht bin. Gerade, wenn man die SNES Version so frisch im Gedächtnis hat. Ich weiß, dass ich normalerweise kein Problem mit seltsamer Grafik habe. Aber irgendwie gefällt mir der Kontrast überhaupt nicht. Ich frage mich ja, ob das an meinem Receiver liegt oder doch am Modul.
An der Stelle muss ich erwähnen, dass das Thema Remakes für mich eine besondere Stellung hat. Wenn man etwas verpasst und später merkt, dass es doch toll gewesen wäre, wenn die Chance bestünde es zu zocken. Entweder kauft man die alte Generation oder hofft auf Remakes. Nintendo hat sich gedacht, dass Versionen für Unterwegs die bessere Lösung wären. So hatte ich die Chance Titel wie „Donkey Kong Country“ und „Kirby: Nightmare in Dreamland“ zu zocken. Beide beinhalten im Gegensatz zu den Originalen einige neue Features. Also gibt es wahrscheinlich auch welche bei „ToP“. Ich habe ein wenig das weite Netz abgesucht und nur spärlich Informationen gefunden. Angefangen bei Namensänderungen, es wurden Titel eingeführt, man kann kochen und es gab einige Änderungen an Skillsets. Also nicht schlecht. Zusätzlich gibt es diesen Schnellspeicher, mit dem man das Spiel in ein Standbye schicken kann. Auf dem Gameboy-Player eine Katastrophe, weil ich doch nicht weiß, wo „Select“ liegt.
Warum ich mir diese Version gekauft habe, hat noch einen ganz anderen Grund. Vor einiger Zeit, habe ich mich mal wieder mit den PhunkRoyal beschäftigt und sein „Tales of Phantasia“ Let’s Play angeschaut. Dabei wurde ein Emulator mit einer Fanübersetzung verwendet. Und egal, wie viel Herz in dieser steckte, ich fand sie nicht gut, streckenweise sehr schlecht. Hier hat man dagegen eine offizielle Version, die vielleicht etwas besser ist. Man kann nur hoffen, weil gerade die schlecht übersetzten Stellen eher gegen Ende des Spiels passieren.

Tales of Fantasy?

Viele Leute, fragt man sie nach ihren Lieblings Rollenspielen aus Japan, antworten mit „Final Fantasy“. Der Teil ist irrelevant, die Serie ist beliebt und sehr wenige Zocker würden ein „Tales of“ auf ihren 1. Platz setzen. Was hat oder hatte „Final Fantasy“, was „Tales of Phantasia“ nicht hatte?
An erster Stelle haben wir den Zeitunterschied. Ganze acht Jahre Unterschied gibt es zwischen beiden ersten Teilen, somit steht schon fest, das mehr Menschen mit „FF“ aufgewachsen sind. Leute hatten mehr Zeit dieses Spiel zu zocken und lieb zu gewinnen. Im Kampfsystem gibt es starke Abweichungen. Die ersten Teile von „FF“ haben sich auf einen aufladenden Balken beschränkt, während „Tales of“ weitestgehend auf Echtzeit, mit taktischen Elementen, wie der manuellen Artes (Fähigkeiten) Auswahl, setzt. Schon von Anfang an geht „Tales of“ den Weg Charaktere mit einem festen Skillset zum Erzählen der Geschichte zu verwenden. „Final Fantasy“ dagegen hat ein variableres System, wo der Spieler festlegt, welcher Charakter was kann und lernt. Im Grunde steht also ein festes System, was das Writing und die Emersion erleichtert (ToP) gegenüber einer individuelleren Gestaltung der Charaktere und dem Verlust der perfekt zugeschnittenen Story (FF). Nimmt man die Entwicklung der Reihe, muss man eingestehen, dass „Final Fantasy“ höhere Wellen schlägt und weitaus experimenteller mit seinen Ablegern umgeht. Es gibt Prügler, Shooter, taktische Strategie, MMORPG’s und die verschiedensten Kampfsysteme, wogegen „Tales of“ recht pragmatisch und bei seinen Wurzeln bleibt. Auch von den Geschichten der Ableger aus gesehen, gibt es einige Unterschiede. Die späteren „To“ Spiele liebe ich persönlich dafür, dass die Stories dunkel, kritisch und verzwickt erzählt werden. „FF“ geht überwiegend den klassischen Weg des einen Bösewichts, der charismatisch und tiefschichtig agiert. Beide Arten haben etwas für sich und wissen zu fesseln. 
Es ist schwer zu sagen, welches der beiden Reihen besser ist, wobei ich das auch nicht möchte. Alleine die Richtungen, welche eingeschlagen werden, überraschen mich immer wieder. Beide haben schwächere Ableger und Beide haben mich massiv geprägt. Für mich ist dennoch „Tales of“ die bessere Serie, weil die Geschichten mich viel mehr bewegt haben, als meine Lieblings-FF’s. „FF“ dagegen wartet mit fantastischen Scores auf, die unabhängig vom Spiel Emotionen übertragen, was nur wenige OST’s schaffen. Aber egal welchen Teil oder welche Serie man mag, bitte mache nicht andere Gamer runter, nur weil sie eine andere Meinung vertreten. Vielseitigkeit ist wichtig, weil Homogenität doch recht schnell langweilig wird.

Nach 20 Jahren lernt man, …

dass es egal ist, wo wir heute stehen, der Anfang ist Geschichte und sollte als solche betrachtet werden. Was heute schlecht aussieht, war damals Innovation. Ohne „Tales of Phantasia“ gäbe es kein „ToS“ und ohne „ToS“ hätte ich wohl nie meine Liebe zu JRPG’s entdeckt. Zusätzlich ist der OST der gesamten Reihe eine Hommage an ältere und jüngere Ableger, man erkennt einzelne Abwandlungen und ab und zu wird sogar mit dem Gedanken gespielt, dass man ganz woanders ist. Gut auf der einen Seite, seltsam, wenn man wirklich anfängt zu glauben, dass alles gleich klingt. Seien wir mal ehrlich, Musik ist eh Geschmackssache.
Wenn du die Chance hast an eine der Versionen zu kommen oder vielleicht den Emulator-Weg, den ich nicht befürworte, gehst, dann schau dir einmal dieses Stück Geschichte an. Es fehlt nicht viel und „ToP“ ist ein Must-Play. Das Einzige was fehlt, ist die originale Grafik. Die Advance Version, so genial, wie sie eben ist, ist eben nur eine Handheld Version und ziemlich kontrastlos. Dagegen springt die Sprachausgabe einen förmlich ins Gesicht und gräbt den „Symphonie of The Night“ Charme aus seinem Sarg und steckt ihn in ein neues Gewand. Es ist cheesy und sehr seltsam, aber klar, deutlich, passend.
Jetzt sind wir an der Stelle, wo ich dich auffordere, schau mal die Videos dazu an. Es ist die erste Stunde vom Spiel und zeigt vielleicht, ob es sich für dich lohnen würde. Ansonsten sage ich dann bis zum nächsten Mal und das Spiel steht sogar auch schon fest. Lassen wir uns alle überraschen.

Montag

Dienstag

Mittwoch

Donnerstag

 

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#102 Pillars of Eternity – Ein Spiel das eigentlich alt ist

Und dann kam Licht

PillarsOfEternity 2015-08-06 20-12-30-26Ich bin jemand, der sehr gerne seltsame Spiele spielt, je seltsamer, umso besser. So hab ich mich vorwiegend im Bereich der Japano Spiele, besonders im Bereich der Japano Rollenspiele getummelt und andere Sachen haben mich nicht interessiert. Aber man kann sagen, ich war jung und unerfahren. Mit 18 gab es mein erstes extrem brutales Spiel, was auch gleich Mafia 2 war, wo einer meiner Lieblingscharaktere mit Hackbeilen zerstückelt wird. Richtig gelesen, zerstückelt, vor den Augen der Hauptprotagonisten. Ja ich gebe zu, dass war etwas verstörend. Geschadet hat es mir nur in der Hinsicht, dass das Interesse für andere Genres geweckt wurde. Besonders Horror und das westliche RPG Gefilde ist förmlich wie Licht am Horizont aufgetaucht. Ich habe Reihen wie Project Zero, Borderlands, Dark Souls und Co entdeckt, lieben gelernt. Deadly Premonition und D4 haben mich geistig zerstört, Guild Wars 2 hat mich als MMORPG gefesselt, ein Genre, was ich zuvor verachtet habe. Und erst letztens kam der Wunsch in mir auf, einmal die alten Generationen zu erleben, die ich altersbedingt verpasst habe. Weil man das heutzutage so einfach kann, bin ich ein riesiger Fan von der Virtual Console von Nintendo und gog.com. Ich sitze derzeit in einer Spirale aus alt, neu, krank, verkappt und gestört. Project Zero 5 ist mein Horror des Jahres 2015 und Xenoblade X wohl das JRPG schlechthin. Ja und jetzt sitze ich hier und tippe ein wenig vor mich hin, überlege, wie ich einen guten Übergang schaffen kann. Denn da gibt es ein Spiel, was wohl das beste Spiel des Jahres ist und mich seit Release fasziniert hat. So viele gute Dinge wurden und werden released, da fällt es schwer sich auf einen Sieger zu fixieren. Es kam aus dem nichts, jedenfalls aus meiner Sicht, weil Kickstarter in meiner Welt erst seit Bloodstained existiert. Deswegen war es wie eine göttliche Erscheinung. Einfach da und unglaublich. Es handelt sich natürlich um Pillars of Eternity von Obsidian Entertainment, eine Firma unter anderem bekannt für das SouthPark Spiel Stick of Truth, Dungeon Siege 3 oder Star Wars Knights of the Old Republic II: The Sith Lords. PoE selber wurde 2012 als Project Eternity angekündigt und knackte fast sofort die 4Mio$ auf Kickstarter. Es galt und gilt als DAS Zeichen, dass die klassischen RPGs in der Iso-Sicht noch genauso gefragt sind, wie früher. Der eingeschlagene Weg der Spieleindustrie wird komplett mit den Füßen getreten und es fühlt sich verdammt gut an.
Ich würde nur gerne wissen, wieso dieses Spiel mich so sehr anlächelt. So sehr, dass ich mir die Royal Edition gegönnt habe, welche einen UVP von 90€ hat. Denn eigentlich mag ich diese riesigen Abenteuer eher weniger, da sie Zeit und Lust fordern. Ersteres habe ich leider nicht wirklich und das Genre war bisher auch nicht so meins. Was ich aber liebe sind Geschichten, die einen fesseln und in sich aufnehmen. Warum versuchen wir es nicht einfach mal mit Einer?

Der Anfang eines Abenteuers

PillarsOfEternity 2015-08-06 20-35-38-84Hi, ich bin Bonnie Insg’sicht. Ich stamme von der in Vergessenheit geratenen Familie Insg’sicht aus den Bergen weit hinter Rauatai. Es gibt nicht viel, was uns nicht heilig ist. Ganz oben auf der Agenda stehen Familie, Loyalität und das Streben nach Wissen. Ich selber bin schon früh als Händlerin durch die Gegend gereist und habe viele mit meinem Gesang erfreut. Ja auch Zwerginnen können singen. Meist weit besser, als diese seltsamen Spitzohren. Aber man wird immer seltsam angeschaut. Irgendwann machte ich ein Geschäft am Fuße einer mächtigen Stadt auf, doch man sorgte dafür, dass dies nicht lange gut ging. Neid war schon immer eine Krankheit unter den Menschen. Ich kehrte zurück in unser Dorf, als man mich in den Ruin trieb.
Wo es liegt, werde ich nicht verraten, denn es ist verboten an den genauen Standort auch nur zu denken. Dort liegt unser unendliches Wissen, gesammelt in Jahrhunderten. Beschafft aus den unterschiedlichsten Orten der Welt. Wir sind ein reisefreudiges Volk und waren früher recht gut bekannt. Unser Name ging einst in die Legenden ein, als mein Ur-Ur-Großvater in den Himmel flog und mit diesem Wissen zurückkehrte, aus denen wir die mächtigsten Waffen der Zeit erschufen. So viele Wesen trachten nach der Macht, dass wir uns schworen nie ein Wort darüber zu verlieren. Mittlerweile wird es als Sage abgetan und es ertönt ein Lachen aus den Kehlen, wenn ich meinen Namen nenne. Und ich glaube das ist auch gut so. Die Zeiten waren hart, aber am Ende haben wir jeder Gefahr getrotzt. Einer der letzten lebenden Beweise ist meine treue Begleiterin Minze.

PillarsOfEternity 2015-08-06 20-47-44-03Sie ist ein Ferkel, welches von der Sau, die mit meinem Ur-Ur-Großvater erschien, geboren wurde. Alle Abkömmlinge sind Teil unserer Familie und werden gehegt und gepflegt. Leider verstehen wir ihre Sprache nicht besonders gut, was es erschwert zu verstehen, wer oder was sie sind. An jeder Vollmond-Nacht hört man ein sonores Brummen und jedes dieser wunderschönen Kreaturen versammelt sich auf den höchsten Berg und blickt in Richtung Mond. Man verspürt das starke Verlangen in den Himmel zu steigen und an jenen fernen Ort zu reisen, den unser Vorfahr bereits besuchte. Aber wie? Es existiert in unserer Bibliothek keine Aufzeichnung, wie mein Ur-Ur-Großvater es schaffte den Himmel zu durchbrechen. Manche fangen ebenfalls an zu glauben, dass die Geschichten erfunden und als Mahnung an die Kinder weitergegeben wurden. Dennoch, es gibt auf jede Frage eine Antwort, so lehrte man es uns. Deswegen habe ich mich mit Minze auf den Weg gemacht, um etwas in Erfahrung zu bringen. Bis zu dem Tag, als ich erkrankte.

Logbuch

Ich schreibe dies auf, weil ich keine Hoffnung mehr habe das Alles zu überleben. Einheimische haben unser Lager überfallen und fast Jeden ermordet, ich konnte den Führer Heodan retten und mit meiner Begleitung Calisca und ihm in eine Höhle flüchten. Dort gab es Fallen und Gegner, die ein Weiterreisen fast unmöglich machten. Wir schafften es nur mühsam vorbei und am Ende der Höhle, als wir im Freien standen war da dieser Turm, der in den Himmel ragte. Dort wiegten sich vermummte Gestalten, die von Königinnen und Ehre sprachen. Ihre Seelen betrieben dieses Gerät und ich fand mich kurzzeitig in einer anderen Welt wieder. Ich höre jetzt Stimmen und meine Begleiter sind tot. Nur Minze hat überlebt. Ich fühle mich schlecht und sehe Dinge. Was soll ich tun?
2015-08-06_00002Ich habe mich Richtung Goldtal geschleppt. Es wird immer schlimmer. Goldtal, klingt goldig was? In der Mitte der Stadt steht ein Baum, an dem Leichen hängen und ich wurde von einem Typen begrüßt, der von Hohlgeborenen redete. Was auch immer das ist, eins steht fest, diese Stadt ist keineswegs goldig.
Überall gibt es Ärger. Vor der Schenke fand ich einen Elf, dem ich das Leben rettete, jetzt begleitet er mich. Ebenso wie eine Waldläuferin mit ihrem Wolf. Sie meinte ich rieche nach Ärger und bei den Steinen der Weisheit, sie hat sicher Recht.
Ich hab mich schlafen gelegt und schon wieder diese seltsamen Visionen gehabt. Diese Maschine hat irgendwas mit mir gemacht. Ich kann Erinnerungen der Leute betreten und Vergangenes anschauen. Ich habe von vielen Vorfällen mit Seelen gelesen, aber sowas war nicht darunter. Diesmal hat mich die Leiche der Beseelerin angesprungen. Ich hoffe der Spuk hört bald auf. Ich muss jemanden finden, der mir helfen kann.

PillarsOfEternity 2015-08-07 17-10-23-52Heute hat sich ein Priester unserer Gruppe angeschlossen. Er ist stumm und ein Göttlicher. Diese Rasse ist so mysteriös, wie ihr Name vermuten lässt. Ich versuche etwas mehr über ihn herauszufinden.
Wir sind in den zerstörten Tempel hinab und fanden Skelette von gestorbenen Priestern. Anscheinend wurden sie dort lebendig eingeschlossen. Widerlich.
Wieder draußen habe ich die Zwergin aus meiner Vision am Baum entdeckt. Ich konnte mit ihr reden. Obwohl sie eindeutig tot war, aber da hing sie und erzählte mir etwas von schweren Seelen, die viel erlebt haben, Wächter, Maerwald. Ist das das ultimative Wissen? Hat das unser Ur-Ur-Großvater erlebt?
Achja, unter dem Baum stand Edér. Ein trauriger Mensch, wenn man mich fragt. Wartete auf den Moment erhängt zu werden, wie zuvor sein Hauptmann. Ich konnte ihn irgendwie überreden nicht alles hinzuwerfen. Mit ihm reisen wir jetzt weiter.
Unser eigentliches Ziel ist ja dieser Maerwald, doch jetzt haben wir uns Richtung Süden aufgemacht und dort schon wieder jemanden gefunden. Der Priester ist ein riesiger Spinner, redet von Huren, Mord sei Gnade und Prüfungen. Seine Sprache ist wie sein Äußeres nicht ansehnlich. Warum habe ich mich nur überreden lassen ihn mitzunehmen.

PillarsOfEternity 2015-08-07 19-05-58-89Beim Kompass lebt eine Heilerin mit einem Xaurip. Ich dachte bisher immer, dass diese Wesen gegen dem Streben nach Wissen leben. Doch dieses Exemplar führt Aufträge aus, zeigt Gefühle und interagiert. Sehr faszinierend.
Wenn es möglich ist, kehre ich an diesen Ort zurück und studieren dieses Wesen.

PillarsOfEternity 2015-08-07 19-54-29-93Auf dem Weg zu Maerwald sind wir durch eine Landschaft gewandert, die von toten Knochen alter Echsen geprägt wurden. Es scheint fast, als wären es einmal Drachen gewesen, aber wieso liegen ihre Skelette hier?

PillarsOfEternity 2015-08-10 19-11-18-28Wir haben Maerwald besessen von Seelensplittern seiner Vergangenheit gefunden. Und er konnte mir viele Fragen beantworten. So kann der bleiernde Schlüssel meine Verwandlung wahrscheinlich rückgängig machen.
Ich dagegen kann nicht ändern, dass wir ihn töteten. Eine alte Erinnerung übernahm die Kontrolle und griff uns an. Nach seinem Tod fühlte sich alles etwas anders an. Ich habe ihn auf irgendeine Art auf ewig mit der Feste verbunden.

PillarsOfEternity 2015-08-10 19-28-42-38Nachdem wir wieder oben beim Thron angekommen waren, erzählte sie uns (ja der Thron spricht), dass ich nun hier die Herrin sei und ich nach belieben mit den Mauern machen kann, was ich will. Ich wollte mich eigentlich nicht in diesem Land niederlassen, aber nun bin ich hier. So schlimm ist es nicht, sie haben eine große Bibliothek.
Unterwegs Richtung Trutzbucht haben wir Sagani getroffen, die einen mächtigen wiedergeborenen Krieger sucht und einen Fuchs in Begleitung hat. Ich konnte in ihrer kleinen Figur, die sie bei sich trug eine Klippe erkennen. Mehr war leider nicht zu sehen. Ich habe sie überredet mit uns zu kommen, da sie einsam wirkte. Leider hat uns im gleichen Atemzug unsere andere Jägerin verlassen. Sie sagte, dass sie in der Bibliothek der Feste einige Bücher studieren möchte.

PillarsOfEternity 2015-08-19 20-36-52-27Es hat mich wie einen Schlag getroffen. Durance hat als einer der Zwölf am Götterhammer gearbeitet. Die Waffe, die einst einen Gott ermordete. Das erklärt seine Verletzungen, aber freiwillig hätte er es nie erwähnt. Wir haben in den Katakomben von Kupferweg übernachtet, als ich eine Vision hatte. Von ihm. Wie er die Waffe einsetzte.
In eben diesen Katakomben haben wir eine Akolythin gefunden, die mir Visionen zeigte….ich bin nicht ganz sicher wo sie stattfanden, aber ich weiß, dass es meine Bestimmung ist. Doch bevor ich irgendwie diese Orte erreiche, muss ich die vielen Aufgaben lösen, die hier auf mich warten.
Und hier in der Stadt gibt es viel zu tun…

Wir haben die Schmelztiegelritter unterstützt. Ihr Plan gefällt mir nicht, doch scheinen sie die Personen vor Ort zu sein, die über das größte Wissen verfügen. Es sind mindestens 7 Tage vergangen und das Auftreten der seltsamen Phänomene hat sich nicht gebessert.
Ich sehe Dinge. Ich spüre Dinge, die aus keinem Universum zu stammen scheinen. Ist das der Ort, von dem er zurückkehrte?

Wo ich auch hingehe, es ist unglaublich

Derzeit habe ich über 40 Stunden auf der Uhr und erst Akt 2 des Spiels erreicht. Von 5 Akten insgesamt. Ich kann nicht aufhören. Ich will auch nicht aufhören. Denn was hier programmiert wurde, kommt dem perfekten Spiel ganz nahe. Es gibt hier und dort einige Bugs und Übersetzungen sind falsch, aber wenn man bedenkt, dass man hier ein Mammutspiel vor Augen hat, kommt es einem recht trivial vor. Wie verbuggt war die Fallout oder Elder Scrolls Reihe ? Dagegen ist das ein kleines Lächeln wert.
Mittlerweile kam ein Patch raus, der einiges am Spiel verbessert hat. Es wurden Anzeigen hinzugefügt oder entfernt, Leute, die man ausnimmt, sind endlich nackt und KI Skripte haben den Weg ins Spiel gefunden. Alles was man tut, liegt in der eigenen Hand. Jederzeit kann man dahin gehen, wo man möchte. Egal welches Level man besitzt, mit der richtigen Taktik, kann man auch die größten Gegner besiegen und das liebe ich an dem Spiel. Es zählt nur der eigene Skill und wenn man die Story genießen möchte, dann gibt es die Möglichkeit auf „leicht“ zu spielen. Obsidian Entertainment ermutigt sogar es ohne Gefährten zu beenden. Es warten Trophäen, die für jeden schwierigen Schwierigkeitsgrad existieren. Oder man geht in den schwersten Dungeon des Spiels. Alles kein Thema.
Das Einzige, was ich an diesem Spiel nicht mag, ist, dass die Kämpfer Klassen nicht ausführlich erklärt werden. Hat man keine Ahnung, was die Leute können oder machen, kann man keine Kämpfe gewinnen. Aber mit der Zeit gewöhnt man sich dran. Es ist eh eine riesige Welt der Ungewissheit.
Würde ich dieses Spiel weiterempfehlen? Ja. Wem? Leuten, die schon einmal Spiele, wie Diablo oder Baldurs Gate gezockt haben und nicht aufhören konnten. Es ist und bleibt ein klassisches Spielprinzip, dass gemischt mit einem leicht modernen Stil absolut nicht das ist, was man in der heutigen Zeit normalerweise zockt. Es ist ein klassisches altes RPG und nicht leicht zu meistern. Man braucht viel Zeit, Geduld und Lust zum Lesen, weil das ist das, was man die meiste Zeit tut. Ja, es gibt Sprachausgabe, aber die Gespräche sind nicht die Zahnräder der Geschichte. Sie überbrücken zu den Büchern, die man findet, Texten, die eilig auf Zettel gekrakelt wurden und mittendrin stehst du. Und du kannst reagieren, wie DU es willst. Wenn du ein aggressiver Orleaner bist? Dann bist du es. In Pillars of Eternity kannst du deine eigene Geschichte schreiben.
Man merkt, dass ich das Spiel liebe oder?

 

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#101 Freshly-Picked Tingle’s Rosy Rupeeland

#101 Freshly-Picked Tingle’s Rosy Rupeeland

OH MEIN GOTT

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Wer hat dieses Spiel verbrochen? Wer hat sich gedacht, dass ein Tingle Spiel das Beste ist, was man in seinem Leben erschaffen kann?
Das Studio trägt den Namen Vanpool und ich wette du hast davon noch nie gehört. Diese Firma ist verantwortlich für Spiele wie „Mario & Luigi Superstar Saga“ (GBA)), „Little King’s Story“ (Wii) und „Paper Mario: Sticker Star“, Beispiele die noch heute zu meinen Lieblingsgames gehören. Natürlich haben sie noch vieles mehr geleistet, aber hier haben wir die bekanntesten Vertreter. Jetzt haben wir also den Übeltäter.
Mogitate Chinkuru no Barairo Ruppīrand oder auch Das rosarote Rubinland vom frisch gepflückten Tingle (das sagt das deutsche Wiki), ist ein Nischenspiel der Extraklasse. Bis vor einigen Wochen habe ich noch nie davon gehört, geschweige denn gewusst, dass Tinle Protagonist einiger Spiele ist. Mein erster Kontakt mit ihm fand in Majoras Mask statt, wo er mich gruselig mit seinem 35 jährigen Gesicht angestarrt hat und dann nochmal in Wind Waker, mit dem besten Feature, dass ein Spiel jemals hatte, dem Tingleciever. Ja, aber der gute, nie alternde Mann hatte doch einige Spiele, die meistens in Japan geblieben sind. Irozuki Tincle no Koi no Balloon Trip (wörtlich Ripening Tingle’s Balloon Trip of Love) zum Beispiel, welches als Nachfolger zu Rupeeland dient.
Aber darum soll es nicht gehen.

Freshly Picked und never used

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Wusstest du, dass dieses Ding nie in Amerika veröffentlicht wurde? Ich frage mich warum. Weil Tingle leicht homosexuelle Anwandlungen hat? Weil seine Assistentin Brüste mit Spiralen drauf besitzt? Weil alle geldgierig sind? Niemand irgendwem etwas gönnt? Kapitalismus durch den Kakao gezogen wird? Weil dieses Spiel einen Humor hat, der schwarz wie die Seele des Rubinopas ist?

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Positiv zu sehen ist, dass dieses Spiel drei Speicherslots besitzt. Also kann man gleich die Karte an Freunde und Bekannte weiterreichen und ihnen sagen, dass sie das endlich testen sollen. Ja und apropo testen, wie wurde dieses Spiel denn eigentlich bewertet? Eurogamer gab dem Ganzen eine 5/10 mit der Begründung, dass der Humor Geschmackssache sei und nicht seine. Gamezone ist etwas spendabler mit 8,2/10 und bemängelt den fehlenden Tiefgang. Ja und Spieletipps drückt dem Spiel eine 70 ins Kreuz. Im Grunde scheint das Spiel also recht durchschnittlich zu sein, keinen Tiefgang  und einen Humor zu besitzen, der nicht jedermanns Sache ist. Wow, vielleicht hat deswegen keiner darüber geredet. Es ist einfach zu japanisch.

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Wir sind also Cindy, der gerade ein Nickerchen in seinem Haus macht und von einer Stimme geweckt wird. Neben dem Haus befindet sich eine Quelle, aus der plötzlich der Rubinherr steigt und vom …

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erzählt. Einer Welt die genau dem Idealleben des Otto-Normalverbrauchers entspricht.

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Selbst wenn man diese Ideale ablehnt, hat man keine Chance nein zu sagen. Und so wird Cindy vom Rubindaddy spontan in Spandex gesteckt und darf ab jetzt Rubine sammeln, welche gleichzeitig durch diesen Strampler als Leben fungieren.

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Also beginnt Tingle’s Abenteuer, alle Rubine der Welt unserem Rubinmeister in die Quelle zu schmeißen. Das ist doch wahre Liebe. Nagut, vielleicht ist es schon von Anfang an offensichtlich, dass der Typ nicht alle Latten in der Börse hat und wir wahrscheinlich verarscht werden, aber selbst wenn, es zählt doch der Wille.

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Zusätzlich gibt es Pingle gratis obendrauf. Und das ist auch gut so, denn ohne sie könnten wir nicht speichern. Reden kann man natürlich auch mit ihr, aber wen interessiert das denn?

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Äh, ja. Mir kann keiner sagen, dass dieses Spiel nicht verdammt japanisch ist. Ich mag aber auch Käse Nachos meine Süße ♥

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Und man fragt sich, wie ein über 30 Jähriger in dieser feindlichen Umgebung überlebt. So viel Hass und Egoismus in einer Stadt ist wirklich bemerkenswert. Diese nette Dame hier, die Tingle den Tod beschwört, bringt ihm die Selbstverteidigung bei. Hierbei berührt man einen Gegner und prügelt sich in einer Staubwolke mit diesem. Dabei muss der Spieler nun mit dem Stift des Gerätes (Spiel läuft auf allen DS und 3DS Versionen) auf diese Wolke hämmern. Ist man nicht schnell genug, verliert man Rubinen.

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In der Stadt sieht es auch nicht besser aus. Für Wissen, fürs Reden und nur für das Betreten werden Rubine verlangt. Wie viel? Weiß man nicht und darf man schätzen. Liegt man drunter, verschwinden die Rubine und man darf noch mehr blechen.

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Wobei die „Menschen“ nicht gerade vertrauenswürdig aussehen.

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Und wenn man nicht gerade Rubine für gierige Menschen sammelt, darf man die Arbeit der Kartenhändlerin machen und bestimmte Sehenswürdigkeiten einzeichnen. Erreicht die Karte 100%, kann man sie bei ihr verkaufen, verliert dadurch aber auch die Karte. Die man dann natürlich für mehr Rubine wieder zurückkaufen.

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Hilft man einer Person und erhält eine Belohnung, darf man sich diese selbst in der Höhe aussuchen. Aber auch hier gilt, ist man drüber sind die Rubine hinüber.

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Das Kaufen läuft genauso ab. Man schätzt den Wert und wenn man drüber oder drauf liegt, erhält man den Gegenstand. Drunter? Rubin weg.

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Der Typ hier ist übrigens Zottel, der Held, den man wohl als den ersten Söldner dieses Landes bezeichnen könnte. Unter seinen Füßen liegt laut Legende ein Schatz. Das ist genau der Ort wo…
Ähm? Ja?

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Hallo Chiko, was machst du da unten? Das ist die erste Person, der Tingel geholfen hat. Sie hat ihre Fee in der Fischbüste verloren. Die irgendwie lebendig ist und seltsames Zeug macht. Jedenfalls hat sie uns dadurch den Weg in den ersten Dungeon freigemacht.

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In den Dungeons selber gibt es kleine Rätsel und Fallen. Nichts zu schweres, aber auch nicht zu leicht. Zusätzlich gibt es Mimiks, die einem Geld für die Rubine in ihnen verlangen. Man kann viel Gewinn machen oder ganz viel Verlust. Hat man die Bosstür gefunden, muss ein Miniboss erledigt werden, welcher dann am Ende die Tür öffnet.

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Beginnt man den Bosskampf, wechselt es zu einer anderen Perspektive. Tingle fliegt in diesem Fall mit Ballons über den Boden und muss mit Bomben den Boss an seiner Schwachstelle treffen. Hat man einen Leibwächter bei der Seite, kümmert sich dieser um andere spawnende Gegner. Ist das wirklich wirklich abartig aussehende Drecksvieh tot, explodiert es in viele kleine einzelne Rubine, welche aufgesammelt werden müssen, damit der Dungeon beendet wird. Hier hilft ebenfalls der Leibwächter. In den späteren Bosskämpfen kommt es zu unterschiedlichen Minispielen.

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Sind alle Rubin gesammelt, erscheint ein ganz besonderer Schatz. Ein magischer Rubin, der extra im Inventar aufgeführt wird

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Nach jedem Dungeon oder besser gesagt mit jedem Wachsen des Turms, steigt die Anzahl der benötigten Rubine um weiter zu wachsen. Das ist in dem Fall besonders wichtig, da nur so ein Voranschreiten möglich ist. Hat man also zu viele Rubine ausgegeben oder verloren, muss man farmen.  

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Das hier ist die Übersichtskarte für Kontinent eins. Nicht jeder Kontinentteil hat einen eigenen Dungeon, aber mindestens eine kleine Quest, um etwas Rubine zu verdienen. 

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Kommen dir die Salooner bekannt vor? Mir auch, sie erinnern mich an dieses seltsame Volk aus Oracle of Seasons. Aber hier sind sie ein wenig geiziger.

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Hier kommt man zur wichtigsten Mechanik in dem Spiel. Die Leibwächter teilen massig Schaden aus und haben eine Lebensleiste, die nicht an die Rubin gebunden ist. Das heißt, sie sind die wichtigsten Mittel zum Zweck. Dafür kosten sie auch einiges. Und zusätzlich ist die Größe entscheidend. Zum Beispiel im Dungeon der Piraten gibt es einige Löcher, die nur von dem kleinen Zwerg betreten werden können. Dass dort Rubine zu finden sind, sollte wohl selbstverständlich sein.
Wer nach diesem Spiel kein Geithals ist, hat eh etwas falsch gemacht. Oder Preislisten verwendet.

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Das hier ist Freddy. Er heißt nicht wirklich Freddy, aber ich nenne ich so, weil er mich an einen ganz bestimmten Freddy erinnert. Einen toten Freddy. Jedenfalls ist dieser Typ dafür zuständig die einzelnen Kontinentteile miteinander zu verbinden. Gibt man ihm genug Geld passiert das auch.

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Naja und das passiert dann auch.

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Hat man nicht rechtzeitig mit selbstgebrauten Muntermachern um sich geworfen, stirbt einem der Leibwächter weg. Dann darf man ihn entweder mit vielen Rubinen wiederbeleben oder einen Neuen im Saloon anheuern.

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Ab dem dritten Kontinentteil werden die Rubin-Items eingeführt. Das sind Dekorationsartikel für die eigene Wohnung. Ob es etwas bringt, wenn man alle sammelt?

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Man findet immer irgendwo etwas seltsames. Dieser Zorakopf zum Beispiel, ist verdammt seltsam. Vor allem, weil er nicht Zora heißt.

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Und wenn wir schon bei seltsam sind, die Schiebeanimation ist ebenfalls verdammt seltsam.

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Und hier sieht man drei Rubin-Items. Das ist Tingles Wohnung und der Hund hat einen Trend eingeführt. Der Rubin-Sack verwandelt nämlich nach und nach alles und jeden in Tingles.

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Ja, auch Vögel. Das ist wirklich seltsam.

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Ja, ich brauche Rubine. Ich brauche viele Rubine. Alleine weil ab und zu unerwartet viele „verschenkt“ werden. Würde man nicht nur am hauseigenen PC speichern können, wäre es wohl gang und gäbe vor jeder Transaktion zu speichern, damit man so wenig verlust macht, wie möglich. Im Grunde dreht sich alles um Rubine. Es ist fast eine kleine Wirtschaftssimulation. Ich gebe aus, damit der Rubin-Herr immer mehr verlangt. Aber sein wir mal ehrlich, der Opa ist seltsam oder?
Was ich beim Spielen von Freshly-Picked Tingle’s Rosy Rupeeland gelernt habe, ist geizig zu sein. Ich habe gelernt zu denken wie ein Geizkragen. Denn Geld ist wichtig. Und viel Geld zu haben ist auch wichtig. Geld regiert die WELT! Nein, nicht Geld regiert die Welt, sondern Humor. Ich will ehrlich sein. Dieses Spiel hat mich einige Male zum Lachen gebracht und das ist das, was ich an Videospielen liebe. Der Humor ist nicht jedermanns Sache, der Stil auch sehr eigenwillig. Dennoch würde ich es als einen Geheimtipp bezeichnen. Besitzt du einen DS oder 3DS, dann schlag zu. Es ist kurzweilig, nicht sehr schwer, aber wirklich liebevoll gestaltet. Ich kann dennoch einige der schlechten Bewertungen verstehen. Manche Dinge bleiben unerklärt, man muss sich selber herantasten und hat man zu viele Rubine ausgegeben oder verloren, muss man farmen. Es ist dennoch ein wunderbares Spiel und sollte wenigstens beschnuppert werden. Denn solche kleinen Perlen, gibt es immer seltener zu finden.

 

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